Modalverben dienen dazu, dem Satzinhalt eine modale Bedeutung hinzuzufügen. Dazu modifizieren bestimmte Modalverben die Bedeutung des Infinitiv, mit dem sie gebraucht werden. In der deutschen Sprache zählen dürfen, können, müssen, mögen, wollen und sollen zu den Modalverben. Daneben zählt man möchten(Konjunktiv II von mögen) zu den Modalverben.
Verwendung
Modalverben werden meisten mit einem Infinitiv gebraucht.
Im Hauptsatz steht das Modalverb auf der zweiten Position (Linke Satzklammer) und der Infinitiv bzw. das Vollverb am Satzende (rechte Satzklammer). In Nebensätzen steht das Modalverb am Ende des Satzes. Es ist möglich, Modalverben ohne einen Infinitiv zu verwenden. Das funktioniert dann, wenn die Bedeutung aus dem Gesamtkontext klar wird (siehe Beispiel e).
Beispiele:
Hauptsatz
Ich muss morgen arbeiten
Du kannst sehr gut Deutsch sprechen
Wir wollen ins Kino gehen
Sie dürfen hier nicht telefonieren
Hilfst du mir beim Umzug? – Tut mir leid, ich kann heute leider nicht (helfen).
Nebensatz
Er sagt, dass er arbeiten muss.
Sie hat gesagt, dass ich gut Deutsch sprechen kann.
Seid ihr sicher, dass ihr ins Kino gehen wollt.
Ich gehe kurz raus, weil ich hier nicht telefonieren darf.
Konjugation im Präsens
Die 1. und 3. Person Singular werden unregelmäßig gebildet
Modalverben stehen meistens mit einem Infinitiv
Person
können
müssen
dürfen
wollen
sollen
mögen
möchte
ich
kann
muss
darf
will
soll
mag
möcht-e
du
kann-st
muss-t
darf-st
will-st
soll-st
mag-st
möcht-est
er, sie, es
kann
muss
darf
will
soll
mag
möcht-e
wir
könn-en
müss-en
dürf-en
woll-en
soll-en
mög-en
möcht-en
ihr
könn-t
müss-t
dürf-t
woll-t
soll-t
mög-t
möcht-et
sie, Sie
könn-en
müss-en
dürf-en
woll-en
soll-en
mög-en
möcht-en
Konjugation im Präteritum
Person
können
müssen
dürfen
wollen
sollen
möchte
ich
konnte
musste
durfte
wollte
sollte
mochte
du
konntest
musstest
durftest
wolltest
solltest
mochtest
er, sie, es
konnte
musste
durfte
wollte
sollte
mochte
wir
konnten
mussten
durften
wollten
sollten
mochten
ihr
konntet
musstet
durftet
wolltet
solltet
mochtet
sie, Sie
konnten
mussten
durften
wollten
sollten
mochten
Konjugation im Perfekt
Das Perfekt der Modalverben bildet man nicht mit dem Partizip II (außer, wenn es als Vollverb gebraucht wird), sondern mit dem Hilfsverb haben, dem Modalverb und dem Vollverb.
Beispiele:
Mario hat das Gespräch abbrechen müssen.
Wir haben keine Einigung treffen können.
Sie hat ihm eine Freude machen wollen.
Die Kinder haben auf dem Spielplatz spielen dürfen.
Bedeutungen der Modalverben
dürfen
Darf ich heute Abend ins Kino gehen? (Erlaubnis)
In der Universitätsbibliothek darf man nicht essen. (Verbot)
Entschuldigung, darf ich eine Informationsbroschüre mitnehmen? (höfliche Frage / Erlaubnis)
können
Mein Sohn konnte mit acht Monaten schon laufen. (Fähigkeit)
Im Bahnhof kann man auch sonntags einkaufen. (Möglichkeit)
Kann man in der Stadtbücherei auch Filme ausleihen? (Möglichkeit)
Können Sie mir bitte eine E-Mail mit Ihren Unterlagen zukommen lassen? (Frage / Bitte)
mögen
Meine Tochter mag Spinat nicht. (Abneigung)
Ich mag meine neue Nachbarin überhaupt nicht. (Abneigung)
Wir mögen unseren Deutschlehrer sehr. (Vorliebe)
müssen / nicht brauchen zu
Frauke muss jeden Tag um 07:30 mit dem Bus zur Arbeit fahren. (Notwendigkeit)
Morgen ist ein Feiertag, Ich brauche nicht zu arbeiten.
sollen
Wir sollen die Ware heute noch an den Endkunden ausliefern. (Auftrag)
Ich soll heute noch den Müll nach unten bringen. (Auftrag)
Soll ich dir bei deinen Hausaufgaben helfen? (einer anderen Person ein Angebot machen))
Du solltest mehr Wasser trinken. (Empfehlung / Ratschlag)
wollen
Timo will unbedingt auf das Konzert gehen. (Wille, Absicht)
Nächstes Jahr will ich eine Weltreise machen. (Plan, Absicht)
möchten
Was möchten Sie trinken? (Höflichkeitsform – Nach dem Wunsch einer anderen Person fragen)