Was sind Synonyme?

Als Synonyme bezeichnet man Wörter wie z.B. Orange und Apfelsine oder schon und bereits. Diese Wortpaare habe entweder die gleiche Bedeutung (totale Synonymie) oder eine ähnliche Bedeutung (partielle Synonymie). Letzterer Fall ist weitaus häufiger im Wortschatz anzutreffen.

Meist haben Synonyme zwar viele gemeinsame Bedeutungen, jedoch gibt es immer feine Unterscheide. Diese Unterschiede mögen auf regionale Unterschiede, auf den Sprachgebrauch einer sozialen Gruppe (Soziolekte wie z.B. Berufssprache, Fachsprache, Jugendsprache, etc.), auf den Stil (Umgangssprache, vulgäre Sprache, gehobene Sprache, etc.) oder bestimmte Sprachabsichten /Spracheinstellungen des/der Sprechenden (z.B. Betonung einer scherzhaften oder ironischen Bedeutung) zurückzuführen sein.

Allgemeine Merkmale zur Unterscheidung von Synonymen

Synonyme unterscheiden sich von anderen Synonymen häufig hinsichtlich der folgenden Merkmale:

  1. Region: Dialekte, regionale Varietäten des Deutschen in der Schweiz und in Österreich
  2. Soziolekt: Berufssprache, Jugendsprache, Wissenschaftssprache
  3. Stil: Umgangssprache (ugs.), neutrale Sprache, gehobene Sprache
  4. Kontext: Kontextuell-bedingte Bedeutungsunterschiede (Wer? Wann? Wo? Warum? Wie?)
  5. Sprechereinstellung: Betonung positiver und negativer Eigenschaften, zum Ausdruck von Ironie, Scherz oder zur Umschreibung

Merkmalsanalyse von “reden”

  1. Region: ausplauschen (österr.), lafern (schweiz.)
  2. Soziolekt: labern (Jugendsprache), babbeln (landschaftlich)
  3. Stil: artikulieren (bildungssprachlich, gehoben), auspacken (umgangssprachlich), erzählen (neutral), formulieren (neutral)
  4. Kontext: austrinken (Wie? – etwas leer trinken)
  5. Sprechereinstellung: faseln, quatschen (negative Bedeutungskomponente: salopp)

Man kann erkennen, dass sich die Synonyme leicht voneinander unterscheiden, auch wenn einige Synonyme mehrere Merkmale aufzeigen. Wörter, die in der Jugendsprache zu finden sind, sind häufig umgangssprachlich sowie als saloppe Ausdrücke zu sehen. Daher ließe sich das Wort “labern” neben der Zuordnung als Wort in die Kategorie “Jugendsprache” auch den Kategorien “Stil” sowie “Sprechereinstellung” zuordnen.

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