Wie bildet man Relativsätze?

Relativsätze sind Attributsätze und bestimmen ein Bezugswort näher, auf das sie sich beziehen. Das Wissen darüber ist notwendig, um einen Relativsatz zu bilden, da sich das Relativpronomen nach dem Genus und Numerus nach dem Bezugswort richtet. Außerdem ist auch die Funktion des Relativpronomens im Nebensatz zu berücksichtigen, da der Kasus des Relativpronomens vom finiten Verb des Nebensatzes bestimmt wird. 

Beispiele

1) Dort ist die Kundin, die einen Artikel umtauschen möchte.  

2) Wo ist denn die Kundin, die ich wegen der Bestellung angerufen habe?

3) An der Kasse steht eine Kundin, der ein Produkt zu viel berechnet wurde.

4) Ich habe eine Kundin am Telefon, mit der du gestern gesprochen haben sollst.

5) Das ist die Kundin, deren Kleid einen Defekt aufweist.

Das Relativpronomen richtet sich nach dem Kasus nach den Verben in den Nebensätzen. In Satz 1) steht das Relativpronomens im Nominativ, weil es in der Funktion des Subjekts verwendet wird. In Satz 2) steht das Relativpronomen im Akkusativ, weil es im Nebensatz bereits ein Subjekt in Form des Pronomens ich gibt. Das Verb “berechnen” fordert eine Dativergänzung, die in Satz 3) durch das Relativpronomen realisiert wird. In Satz 4) gibt es ein Verb mit einer präpositionalen Ergänzung: sprechen mit + Dativ. Bei Verben mit Präpositionen rückt die Präposition vor das Relativpronomen. Der Kasus richtet sich in diesem Fall nach der Präposition. In Satz 5) wird ein possessives Verhältnis (ausgedrückt, was mithilfe des Genitivs vollzogen wird. Das Relativpronomen bezieht sich entweder auf ein Genitivattribut (das Kleid der Kundin) oder auf einen Possessivartikel (ihr Kleid). 

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